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Ratgeber9.03.2026Aktualisiert am 10.06.202611 Min. Lesezeit

Neukundengewinnung B2B: Strategie in 4 Schritten (mit Beispielen)

Oliver Theisen

Oliver Theisen

Geschäftsführer Vertriebsakademie

Kapitel 1

Neukundengewinnung im B2B: der 4-Schritte-Prozess im Überblick

B2B-Neukundengewinnung gelingt, wenn Sie vier Schritte sauber trennen: erst definieren, wen Sie gewinnen wollen, dann festlegen, über welche Kanäle Sie diese Unternehmen erreichen, anschließend die entstehenden Kontakte qualifizieren – und nur die passenden davon strukturiert zum Abschluss führen. Wer diese Reihenfolge einhält, gewinnt planbar Kunden. Wer sie überspringt, telefoniert ins Blaue, verschickt beliebige LinkedIn-Nachrichten und wundert sich am Quartalsende über eine leere Pipeline.

  1. Schritt 1 – Ideal Customer Profile (ICP) definieren: Schriftlich festlegen, welche Unternehmen Sie gewinnen wollen – nach Branche, Größe, Trigger-Events und Buying Center.
  2. Schritt 2 – Kanal-Mix priorisieren: Zwei bis drei Akquise-Kanäle auswählen, die zu Ihrem ICP passen – nicht fünf halbherzig bespielen.
  3. Schritt 3 – Leads qualifizieren: Mit BANT oder MEDDIC prüfen, welche Kontakte Budget, Bedarf und Entscheidungskompetenz mitbringen.
  4. Schritt 4 – Vom Lead zum Kunden: Erstgespräch führen, mit fester Follow-up-Kadenz dranbleiben und den Abschluss aktiv ansteuern.

Rechnen Sie mit realistischen Zeiträumen: Nach unserer Erfahrung aus 40 Jahren Vertriebstraining vergehen im B2B vom Erstkontakt bis zum Auftrag je nach Auftragsvolumen und Buying Center drei bis zwölf Monate. Genau deshalb lohnt sich der Prozess – er macht aus einem langen Verkaufszyklus eine steuerbare Strecke mit klaren Zwischenschritten statt einer Reihe von Zufallstreffern.

Kapitel 2

Schritt 1: Ideal Customer Profile (ICP) definieren

Das Ideal Customer Profile beschreibt das Unternehmen, das von Ihrem Angebot am meisten profitiert – und bei dem Sie am wahrscheinlichsten gewinnen. Es ist die wichtigste Vorarbeit der gesamten Neukundengewinnung, denn jede spätere Entscheidung hängt daran: Welche Firmen kommen auf die Anrufliste? Wem schreiben Sie auf LinkedIn? Welche Messe lohnt sich? Ohne ICP akquirieren Sie bei allen ein bisschen – und bei niemandem richtig.

Verwechseln Sie das ICP nicht mit der Buyer Persona: Das ICP beschreibt das Unternehmen (Firmografie), die Persona die Person im Buying Center. Sie brauchen beides – aber das ICP zuerst.

Diese Kriterien gehören in Ihr ICP

  • Branche und Teilbranche: So spitz wie möglich. „Industrie" ist kein Kriterium – „Hersteller von Verpackungsmaschinen" schon. Je enger die Branche, desto besser sitzen später Ansprache und Referenzen.
  • Unternehmensgröße: Mitarbeiterzahl und Umsatzgröße eingrenzen. Ein 30-Personen-Betrieb kauft anders als ein Konzern – beides gleichzeitig zu adressieren funktioniert selten.
  • Region: Wo können Sie liefern, betreuen, persönlich vor Ort sein? Gerade im erklärungsbedürftigen Vertrieb bleibt räumliche Nähe ein echter Vorteil.
  • Trigger-Events: Ereignisse, die Bedarf auslösen – Neubau oder Standorterweiterung, Wechsel in der Geschäftsführung, Stellenausschreibungen in relevanten Abteilungen, neue Zertifizierungsanforderungen, auslaufende Verträge mit Wettbewerbern.
  • Buying Center: Wer entscheidet (Geschäftsführung, Bereichsleitung), wer beeinflusst (Fachabteilung, IT, Qualitätsmanagement), wer verhandelt (Einkauf), wer nutzt das Produkt täglich? Notieren Sie typische Rollen und Jobtitel.
  • Wirtschaftliche Passung: Gibt es ein realistisches Budget für Ihre Preisklasse? Ein perfekt passendes Unternehmen ohne Budget ist kein Zielkunde, sondern ein Zeitfresser.
  • Negativkriterien: Genauso wichtig – welche Unternehmen nehmen Sie bewusst nicht auf die Liste? Etwa weil Projekte dort chronisch unrentabel sind oder die Entscheidungswege zu lang.

Mini-Beispiel: So sieht ein fertiges ICP aus

Ein fiktiver Anbieter von Wartungssoftware für Produktionsanlagen formuliert sein ICP so: Fertigungsunternehmen in der DACH-Region, 50 bis 500 Mitarbeitende, eigener Maschinenpark mit mindestens 20 Anlagen. Trigger-Events: anstehende ISO-9001-Rezertifizierung, Investition in neue Anlagen, Stellenausschreibung „Instandhaltungsleiter". Buying Center: Instandhaltungsleitung (Nutzer und interner Fürsprecher), technische Geschäftsführung (Entscheider), Einkauf (Verhandler). Negativkriterium: reine Lohnfertiger mit Fremdwartungsverträgen. Mit diesem Profil lässt sich in einer Stunde eine Liste von 100 konkreten Zielfirmen recherchieren – das ist der Test, ob Ihr ICP scharf genug ist.

Ein ICP ist kein Beschluss für die Ewigkeit. Prüfen Sie es quartalsweise gegen die Realität: Welche der gewonnenen Kunden passen ins Profil, welche nicht? Wo waren die Verkaufszyklen kurz, wo zäh? So wird das ICP mit jedem Quartal präziser.

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Kapitel 3

Schritt 2: Kanal-Mix priorisieren

Kein Vertriebsteam kann fünf Kanäle gleichzeitig gut bespielen – und muss es auch nicht. Wählen Sie zwei bis drei Kanäle aus, die zu Ihrem ICP passen: Wo sind Ihre Zielkunden erreichbar, wie schnell brauchen Sie Ergebnisse, und welche Stärken hat Ihr Team? Hier die fünf wichtigsten B2B-Kanäle mit einer ehrlichen Einschätzung.

Telefonakquise

Der direkteste Weg zum Entscheider – und nach wie vor der schnellste. Am Telefon erfahren Sie in zwei Minuten, ob Bedarf besteht, wofür Sie per E-Mail Wochen brauchen. Die Hürde ist nicht der Kanal, sondern das Können: Gesprächseinstieg, Umgang mit dem Vorzimmer, Einwandbehandlung. Wie Sie das aufbauen, zeigen unser Ratgeber zur Kaltakquise und der Ratgeber zum Telefontraining.

  • Wann sinnvoll: Klar definierte Zielliste, erklärungsbedürftiges Angebot, direkter Draht zum Entscheider nötig.
  • Zeit bis zum Ergebnis: Tage bis wenige Wochen – der schnellste Kanal.
  • B2B-Eignung: Sehr hoch; gegenüber Unternehmen rechtlich bei mutmaßlicher Einwilligung zulässig (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG).

LinkedIn und Social Selling

Social Selling heißt nicht, Werbenachrichten zu verschicken, sondern über Sichtbarkeit und relevante Beiträge in den Radar Ihrer Zielkunden zu kommen, bevor ein Bedarf akut ist. Das funktioniert – aber langsam und nur mit Kontinuität. Wer drei Wochen postet und dann aufgibt, hat den Kanal nicht getestet, sondern nur angefangen. Den vollständigen Einstieg finden Sie im Ratgeber Social Selling.

  • Wann sinnvoll: Zielkunden sind auf LinkedIn aktiv, Ihr Angebot lebt von Vertrauen und Expertise, Sie planen mittelfristig.
  • Zeit bis zum Ergebnis: Drei bis sechs Monate konsequenter Arbeit, bevor regelmäßig Anfragen entstehen.
  • B2B-Eignung: Hoch – besonders für Beratung, Software und komplexe Dienstleistungen.

E-Mail-Akquise

Gut recherchierte, individuelle E-Mails an passende Ansprechpartner können Türen öffnen – Massenmails an gekaufte Listen dagegen schaden der Marke und sind rechtlich heikel: Werbe-E-Mails erfordern grundsätzlich eine ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 UWG). In der Praxis funktioniert E-Mail am besten als Begleitkanal: als Vorbereitung oder Nachfassen zum Telefonat, nicht als Ersatz dafür.

  • Wann sinnvoll: Als zweiter Kanal neben Telefon oder LinkedIn, für Follow-ups und das Teilen relevanter Inhalte.
  • Zeit bis zum Ergebnis: Wochen – vorausgesetzt, die Nachrichten sind individuell und rechtlich sauber.
  • B2B-Eignung: Mittel als Erstkontakt-Kanal, hoch als Begleitkanal.

Empfehlungen

Der Kanal mit der höchsten Abschlussquote – ein empfohlener Kontakt startet mit Vertrauensvorschuss. Der häufigste Fehler: Empfehlungen werden dem Zufall überlassen. Machen Sie daraus einen Prozess: Nach jedem erfolgreichen Projekt aktiv fragen, wen der Kunde kennt, der vor einer ähnlichen Aufgabe steht – konkret, nicht als Floskel im Abschiedssatz.

  • Wann sinnvoll: Sobald Sie zufriedene Kunden haben – also praktisch immer, nur nicht als einziger Kanal.
  • Zeit bis zum Ergebnis: Unmittelbar bis wenige Wochen, aber nicht skalierbar planbar.
  • B2B-Eignung: Sehr hoch – im B2B zählt Reputation mehr als jede Anzeige.

Events und Messen

Messen bündeln Ihre Zielgruppe an einem Ort – und sind teuer in Geld und Zeit. Ob sich das rechnet, entscheidet sich vor allem nach der Messe: Nach unserer Erfahrung versanden die meisten Messekontakte, weil niemand innerhalb der ersten Woche nachfasst. Planen Sie die Nachfass-Kapazität fest ein, bevor Sie den Stand buchen.

  • Wann sinnvoll: Ihre Branche hat etablierte Leitmessen, Ihr Produkt profitiert vom Anfassen und Vorführen.
  • Zeit bis zum Ergebnis: Gebunden an den Messetermin; Abschlüsse folgen Monate später.
  • B2B-Eignung: Hoch in Industrie, Maschinenbau, Bau und Technik – geringer bei digitalen Angeboten.

Faustregel für die Auswahl: ein schneller Direktkanal (Telefon), ein mittelfristiger Sichtbarkeitskanal (LinkedIn oder Content) und Empfehlungen als fester Prozess. Damit decken Sie kurzfristige Pipeline und langfristigen Vertrauensaufbau gleichzeitig ab.

Organisationen, die kontinuierliche Weiterbildung priorisieren, berichten von bis zu 88% Steigerung der Vertriebsproduktivität.
Singh et al., Journal of Economics, Finance and Administrative Science, 2023
Kapitel 4

Schritt 3: Leads qualifizieren – BANT oder MEDDIC?

Die teuerste Ressource im Vertrieb ist Zeit, die in Kontakte fließt, die nie kaufen werden. Qualifizierung heißt: früh und systematisch prüfen, welche Leads es wert sind, weiterverfolgt zu werden. Zwei Frameworks haben sich dafür etabliert – BANT und MEDDIC.

BANT: der schnelle Check

  • Budget: Gibt es Geld für eine Lösung in Ihrer Preisklasse – oder lässt sich Budget realistisch schaffen?
  • Authority: Sprechen Sie mit jemandem, der entscheidet oder die Entscheidung maßgeblich beeinflusst?
  • Need: Gibt es einen konkreten, benennbaren Bedarf – oder nur freundliches Interesse?
  • Timeline: Bis wann soll das Problem gelöst sein? „Irgendwann" ist keine Timeline.

BANT ist in fünf Minuten im Gespräch abprüfbar und reicht für die meisten mittelständischen Vertriebssituationen völlig aus. Schwäche: Bei komplexen Deals mit mehreren Entscheidern greift es zu kurz, weil es das Buying Center ausblendet.

MEDDIC: für komplexe Deals

  • Metrics: Welchen messbaren Nutzen erwartet der Kunde – und in welchen Kennzahlen denkt er?
  • Economic Buyer: Wer gibt das Budget letztlich frei? (Oft nicht Ihr Gesprächspartner.)
  • Decision Criteria: Nach welchen Kriterien wird formal entschieden – Preis, Integration, Referenzen?
  • Decision Process: Wie läuft der Entscheidungsprozess ab – wer muss wann zustimmen?
  • Identify Pain: Was kostet das ungelöste Problem den Kunden heute konkret?
  • Champion: Gibt es eine Person im Unternehmen, die intern aktiv für Sie kämpft?

MEDDIC erfordert mehr Disziplin, zwingt aber zu den Fragen, an denen große Deals scheitern – allen voran: Wer ist der Economic Buyer, und haben Sie einen Champion?

Wann welches Framework?

  • BANT genügt, wenn: überschaubares Auftragsvolumen, ein bis zwei Entscheider, Verkaufszyklus unter drei Monaten.
  • MEDDIC lohnt sich, wenn: sechsstellige Auftragswerte, mehrköpfiges Buying Center, Verkaufszyklen von sechs Monaten und mehr.
  • In jedem Fall gilt: Ein Framework nützt nur, wenn die Antworten ehrlich dokumentiert werden – ein Lead ohne Budget und Timeline bleibt ein Nicht-Lead, egal wie sympathisch das Gespräch war.
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Kapitel 5

Schritt 4: Vom qualifizierten Lead zum Kunden

Ein qualifizierter Lead ist noch kein Kunde. Jetzt entscheiden drei Dinge: die Qualität des Erstgesprächs, die Disziplin im Follow-up und die Fähigkeit, den Abschluss aktiv anzusteuern statt auf ihn zu warten.

Das Erstgespräch: zuhören statt präsentieren

Der häufigste Fehler im Erstgespräch: zu früh präsentieren. Wer nach fünf Minuten die Folien aufklappt, signalisiert, dass die Lösung schon feststand, bevor das Problem verstanden war. Stellen Sie stattdessen Fragen, die das Problem aus mehreren Blickwinkeln öffnen – etwa zirkuläre Fragen wie: „Was würde Ihre Produktionsleitung sagen, woran es heute am meisten hakt?" Solche Fragen liefern Informationen über das Buying Center, die Sie direkt nie bekommen würden. Erst wenn Bedarf, Auswirkungen und Entscheidungsweg klar sind, hat eine Präsentation ihren Platz.

Die Follow-up-Kadenz: Beispiel-Sequenz über drei Wochen

Die meisten B2B-Abschlüsse entstehen nicht beim ersten Kontakt, sondern im Nachfassen – und genau dort brechen die meisten Vertriebler ab. Eine feste Kadenz nimmt die Entscheidung „Soll ich nochmal nachhaken?" aus dem Bauchgefühl. Ein bewährtes Beispiel für die drei Wochen nach dem Erstgespräch:

  1. Tag 1 (Gesprächstag): Noch am selben Tag eine kurze Zusammenfassung per E-Mail – besprochene Punkte, vereinbarter nächster Schritt, konkretes Datum.
  2. Tag 3: Einen relevanten Inhalt nachreichen, der im Gespräch angeklungen ist – etwa eine passende Fallstudie oder einen Fachartikel. Kein Verkaufsdruck, nur Substanz.
  3. Tag 8: Anruf mit konkretem Anlass: die offene Frage aus dem Erstgespräch klären, neue Information einholen, nächsten Schritt bestätigen.
  4. Tag 12: Kurzer Impuls über einen zweiten Kanal – ein Kommentar oder eine Nachricht auf LinkedIn hält den Kontakt warm, ohne zu drängen.
  5. Tag 16: E-Mail mit konkretem Terminvorschlag für das Folgegespräch – zwei Optionen, klares Ziel des Termins benennen.
  6. Tag 21: Klärungsanruf: offen nach dem Stand fragen. Ein ehrliches „Das wird bei uns nichts" ist ein gutes Ergebnis – es spart Ihnen Monate vergeblicher Pflege.

Eine Regel für jede Stufe: Jeder Kontakt braucht einen Mehrwert oder einen konkreten Anlass. „Wollte nur mal nachhaken, ob Sie schon was entschieden haben" ist keiner.

Der Abschluss

Wenn Bedarf, Budget und Entscheidungsweg geklärt sind, dürfen Sie den Abschluss aktiv ansprechen – viele Verkäufer trauen sich genau das nicht und verlieren Deals durch Warten. Fragen Sie konkret: „Was muss aus Ihrer Sicht noch passieren, damit wir starten können?" Einwände an dieser Stelle sind kein Rückschlag, sondern die letzten offenen Punkte auf dem Weg zur Unterschrift. Wie Sie das Gespräch von der Eröffnung bis zur Unterschrift strukturieren, lesen Sie im Ratgeber Verkaufsgespräch führen.

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Kapitel 6

Häufige Fehler in der B2B-Neukundengewinnung

Aus 40 Jahren Trainingspraxis kennen wir die Muster, an denen Neukundengewinnung im Mittelstand am häufigsten scheitert – es sind fast nie die exotischen Probleme, sondern diese:

  • Kein ICP, nur ein Bauchgefühl: Die Zielliste besteht aus „Firmen, die interessant klingen". Folge: hohe Aktivität, niedrige Trefferquote.
  • Zu viele Kanäle gleichzeitig: Fünf Kanäle halbherzig statt zwei konsequent – kein Kanal bekommt genug Frequenz, um Ergebnisse zu zeigen.
  • Akquise nur bei leerer Pipeline: Wer erst akquiriert, wenn die Aufträge fehlen, hat wegen der langen B2B-Zyklen monatelang eine Lücke. Akquise braucht feste Wochenslots – auch in vollen Monaten.
  • Aufgeben nach dem zweiten Kontakt: Die Kadenz endet, bevor die Entscheidung beim Kunden überhaupt begonnen hat.
  • Präsentieren statt fragen: Das Erstgespräch wird zur Produktshow, der eigentliche Bedarf bleibt unentdeckt.
  • Unqualifizierte Leads pflegen: Monatelange Betreuung von Kontakten ohne Budget und Timeline – aus Höflichkeit oder Hoffnung.
  • Nur mit einer Person sprechen: Im Buying Center entscheidet selten der eine Kontakt allein. Wer den Economic Buyer nie kennenlernt, verliert beim Budgetentscheid.
  • Keine Messung: Ohne Zahlen zu Kontakten, Terminen und Abschlüssen pro Kanal lässt sich nichts verbessern – nur raten.
Kapitel 7

Dranbleiben: Warum Neukundengewinnung Training ist

Den Prozess zu kennen ist die halbe Strecke – die andere Hälfte ist Können: der Gesprächseinstieg am Telefon, die richtige Frage im Erstgespräch, die Souveränität beim Einwand. Das sind trainierbare Fähigkeiten, keine Talente. Und sie verkümmern, wenn sie nicht geübt werden – wie jede andere Fertigkeit auch.

Was kontinuierliches Training bewirkt, zeigt unsere Zusammenarbeit mit Vodafone: Über vier Jahre haben wir die Vertriebsteams regelmäßig trainiert – mit dem Ergebnis von 35 Prozent mehr Abschlussquote. Nicht durch ein einzelnes Seminar, sondern durch wiederholtes Üben echter Gesprächssituationen, bis die Technik im Alltag sitzt. Derselbe Ansatz steckt in unseren Trainings für Unternehmen wie Hansgrohe, Schlüter Baumaschinen und HeGo Biotec.

Inhaltlich arbeiten wir mit Methoden, die sich in der Praxis bewährt haben: Verhandlungstechniken aus dem FBI-Umfeld und dem Harvard-Konzept, DISG für die typgerechte Ansprache, zirkuläre Fragen für die Bedarfsanalyse. Trainiert wird an Ihren echten Fällen – mit Ihren Zielkunden, Ihren Einwänden, Ihren Preisgesprächen. Wenn Sie Ihr Team in der Neukundengewinnung weiterbringen wollen: Ein zweitägiges Team-Training bei Ihnen vor Ort gibt es ab 4.950 € für das gesamte Team, ein eintägiger Themen-Workshop startet ab 2.450 €. Unsere Teilnehmer bewerten uns auf ProvenExpert mit 4,95 von 5 Sternen bei 88 Bewertungen.

Häufige Fragen

FAQ zu Neukundengewinnung B2B: Strategie in 4 Schritten (mit Beispielen)

Wie gewinne ich B2B-Neukunden?
Am zuverlässigsten über einen vierstufigen Prozess: Definieren Sie zuerst ein Ideal Customer Profile (welche Unternehmen passen wirklich), wählen Sie dann zwei bis drei Akquise-Kanäle wie Telefonakquise, LinkedIn und Empfehlungen, qualifizieren Sie eingehende Kontakte mit BANT oder MEDDIC und führen Sie die passenden Leads über eine feste Follow-up-Kadenz zum Abschluss. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Akquise braucht feste Wochenslots, nicht nur Aktionismus bei leerer Pipeline.
Welche Kanäle funktionieren im B2B am besten?
Das hängt vom Zielkunden ab, aber drei Kanäle bewähren sich branchenübergreifend: Telefonakquise als schnellster Direktkanal, LinkedIn beziehungsweise Social Selling für den mittelfristigen Vertrauensaufbau und Empfehlungen als Kanal mit der höchsten Abschlussquote. Eine sinnvolle Kombination besteht aus einem schnellen Direktkanal, einem Sichtbarkeitskanal und einem festen Empfehlungsprozess – mehr als drei Kanäle gleichzeitig verwässern meist nur die Frequenz.
Wie lange dauert B2B-Neukundengewinnung?
Nach unserer Erfahrung aus 40 Jahren Vertriebspraxis vergehen vom Erstkontakt bis zum Auftrag je nach Auftragsvolumen und Größe des Buying Centers drei bis zwölf Monate. Die Kanäle unterscheiden sich deutlich: Telefonakquise liefert erste Termine binnen Tagen, Social Selling braucht drei bis sechs Monate Kontinuität, bis regelmäßig Anfragen entstehen. Wer Akquise erst startet, wenn Aufträge fehlen, hat deshalb zwangsläufig eine Durststrecke.
Was ist ein ICP (Ideal Customer Profile)?
Das Ideal Customer Profile beschreibt das Unternehmen, das von Ihrem Angebot am meisten profitiert und bei dem Ihre Gewinnchance am höchsten ist – definiert über Kriterien wie Branche, Unternehmensgröße, Region, Trigger-Events und die Struktur des Buying Centers. Es unterscheidet sich von der Buyer Persona, die eine einzelne Person beschreibt. Ein gutes ICP ist so konkret, dass Sie daraus in einer Stunde eine Liste von 100 echten Zielfirmen recherchieren können.
Was kostet Neukundengewinnung?
Die größten Kosten sind selten Werbebudgets, sondern Vertriebszeit – deshalb lohnt es sich, die Kosten pro gewonnenem Kunden (Customer Acquisition Cost) je Kanal zu erfassen und mit dem Wert eines Kunden über die gesamte Geschäftsbeziehung zu vergleichen. Wer die Effizienz steigern will, investiert am wirksamsten in das Können des Teams: Ein zweitägiges Team-Training der VA Vertriebsakademie gibt es ab 4.950 € für das gesamte Team, ein eintägiger Themen-Workshop startet ab 2.450 €, individuelles Coaching auf Anfrage.

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